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illwerke vkw

Trainieren für den Ernstfall

25.03.2022

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Strom ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – doch was passiert, wenn plötzlich alle Lichter ausgehen? Mit einem Trainingssimulator bereitet die illwerke vkw ihre Mitarbeiter:innen bestmöglich auf den Ernstfall vor.

Vorreiter

Bereits vor 15 Jahren hat sich die illwerke vkw dazu entschlossen, einen Trainingssimulator aufzubauen, der die Versorgungssituation in Vorarlberg und den angrenzenden Ländern abbildet. Damit nimmt der Energiedienstleister eine Sonderstellung ein: „Wir sind die Einzigen unter den Kraftwerksbetreibern in Österreich, die über einen eigenen Trainingssimulator verfügen“, berichtet Klaus Pfefferkorn, Verantwortlicher Versorgungswiederaufbau. Es handelt sich um ein hochkomplexes Computerprogramm. Das österreichische Stromnetz sowie das der angrenzenden Länder ist digital hinterlegt: Übertragungs- und Verteilnetze, Kraftwerke, Windparks, Photovoltaik- Anlagen und Verbraucher.

Herzstück

In Rodund befindet sich das Kontrollzentrum der illwerke vkw: „Von dort werden alle Kraftwerke überwacht und im Ernstfall wieder gestartet“, so Pfefferkorn. Aus diesem Grund finden in Rodund auch die Trainings statt: „Sechs- bis achtmal im Jahr werden Mitarbeiter:innen aus der Kraftwerkswarte (illwerke vkw control center icc), der Netzwarte (Hauptschaltleitung), den Kraftwerken und Betriebsstellen anhand des Simulators auf mögliche Szenarien vorbereitet. Die Teilnehmenden sind auf verschiedene Räume aufgeteilt – insgesamt gibt es zehn Arbeitsplätze, die mit einem Simulator ausgestattet sind. Klaus Pfefferkorn ist einer der Trainier, der vorab Szenarien definiert, und Ansprechpartner, wenn es um die Bedienung des Simulators geht.

Versorgung stabilisieren

Damit die Stabilität des Versorgungssystems gewahrt wird, werden stufenweise Maßnahmen ergriffen. Ein Lastabwurf ist die letzte Maßnahme, um einen Blackout zu vermeiden. Das bedeutet: Wird ein bestimmter Frequenzwert unterschritten, werden durch einen automatischen Lastabwurf einzelne Versorgungsgebiete abgeschaltet. Damit kann das Versorgungssystem entlastet werden. Kommt es trotzdem zu einem Blackout, werden Maßnahmen zum Versorgungswiederaufbau eingeleitet.

Mehr erfahren: Blackout - ein Szenario, das niemand will

Trainingsablauf

Zu Beginn werden rechtliche, technische und organisatorische Themen sowie die Aufgaben der illwerke vkw im Ernstfall besprochen. Danach folgt das Training: Gestartet wird immer im ungestörten Zustand – alle Systeme funktionieren einwandfrei. Plötzlich gibt es eine Störung – der Strom fällt aus. Die Ursache ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Unwetter, Überlastung oder ein Vorfall im Ausland sind mögliche Auslöser. Der Austausch mit Leitstellen in benachbarten Ländern hilft dabei, einen Überblick über das Ausmaß der Störung zu bekommen. Nachdem die Auswirkungen auf das europäische Verbundnetz ermittelt wurden, kann mit dem Versorgungsaufbau gestartet werden. „Wir müssen zuerst einen Grundzustand herstellen. Danach können die einzelnen Kraftwerke schrittweise in Betrieb genommen und der Strom in die Umspannanlagen weitergeleitet werden. Dann kommt vorarlberg netz ins Spiel, um die Energie an die Kunden zu verteilen“, schildert der Trainer den Ablauf. Das Training dauert ca. dreieinhalb Stunden. In der Realität hängt die Dauer Sechs bis acht Mal im Jahr wird der Versorgungswiederaufbau trainiert. von der jeweiligen Situation ab. Die illwerke vkw geht von 12 bis 24 Stunden aus, bis im Falle eines Blackouts die Stromversorgung in Vorarlberg wiederhergestellt werden könnte.

Ohne Strom

In einem Stufenplan sind die Rollen und Aufgaben definiert – im Ernstfall muss klar sein, wer wen informiert und was die nächsten Schritte sind. Kommt es zu einem bundes- oder sogar europaweiten Stromausfall, funktionieren auch die Handynetze nicht mehr. „Wir verfügen über eigene unabhängige Kommunikationssysteme, die notstromversorgt sind“, weiß Pfefferkorn. Damit die Zusammenarbeit auch mit anderen Stromversorgern funktioniert, absolvieren Mitarbeitende der illwerke vkw zusätzlich Trainings mit Kollegen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.