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Prinz Grizzley: "Ich bin ein intuitiver Songschreiber"

01.02.2022

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„Ich denke mir nicht einen Titel aus und schreibe dazu einen Song, sondern diese entstehen ganz weit in meinem Inneren. Meistens kommt da plötzlich eine Zeile und um die herum schreibe ich dann.“
Prinz Grizzley

Wenn es dir gelingt, auf einem internationalen Festival mit all deinen Idolen auf der Bühne zu stehen, dann läuft schon viel richtig. Wenn du am Ende mit deiner Musik dazu noch das Thema des Tages bist, dann steht definitiv fest: deine Musik bewegt. Der Wälder Singer/Songwriter Chris Comper hat das mit seinem Americana-Soloact „Prinz Grizzley“ geschafft. Ein Wälder Original über Höhen und Tiefen, seine Musik und sein Leben. Jetzt in der neuen Ausgabe von Moscht & Riebel.

Keine Lust zu jammern

„Es will mir nicht in den Kopf, dass man das Gute an der aktuellen Situation nicht sehen kann“, sagt der Egger Chris Comper, der als Prinz Grizzley in der internationalen Country/Americana-Szene für Furore sorgt. Dabei hätte er allen Grund dazu, Beschwerde über seine derzeitige Situation zu führen, denn durch Corona wurde seine seit 2018 steil gehende Karriere vorerst komplett ausgebremst. „Ich kann derzeit natürlich international überhaupt nicht arbeiten, erzählt der 39-Jährige und ergänzt: „Die Situation kann ich nicht ändern, aber ich kann die Zeit anderweitig nutzen. Ich habe in den letzten Monaten mein Haus umgebaut, viel Zeit mit meiner Familie verbracht und an neuen Songs gearbeitet.“ Sein besonderer Vorteil: Gemeinsam mit seinem Vater führt der dreifache Familienvater einen gut gehenden Malerbetrieb und kann sich über fehlende Einkünfte nicht beschweren.
 

Brotberuf als Inspirationsquelle

Und das mit dem „Brotberuf“ soll – wenn es nach ihm geht – auch so bleiben, denn für ihn ist das Malen auch Ausgleich. Eine Tätigkeit, die ihn immer wieder erdet und gleichzeitig auch Inspirationsquelle für seine Songs ist. „Ich kann natürlich dann auch authentisch über einen Mann singen, der am Abend müde von der Arbeit nach Hause kommt und dann vielleicht etwas schiefläuft“, so der Egger.

Im VW Bus nach London

Chris Comper ist ein Familienmensch und diese Familie wäre auch dann da, wenn der Erfolg schon früher eingetreten wäre. Ist er ja eigentlich auch, denn bereits mit 19 war der Wälder mit seiner damaligen Band eine mehrfach ausgezeichnete lokale Größe mit Ambitionen, groß durchzustarten. „Wir haben damals alle unsere Jobs gekündigt und sind in einem umgebauten VW-Bus nach London gefahren. Leider um festzustellen, dass die lokalen Bands um einiges mehr draufhatten als wir und nicht auf uns gewartet haben“, schmunzelt Chris. Für den Musiker war das aber eine enorm wichtige Erfahrung, die ihn sehr geprägt hat und durch die er sehr viel gelernt hat.

Die Liebe zum Americana

Nach einem Ausflug ins Genre der elektronischen Musik stolperte er dann später wieder über einen Country-Song, den er vor langer Zeit schon einmal geschrieben hatte. Das entfachte die Liebe zum Americana-Genre erneut und Prinz Grizzley war geboren. „Ich würde aktuell sagen, dass ich unter diesem „Americana-Schirm“ zu Hause bin“, ist der Sänger überzeugt – und der Erfolg gibt ihm recht.

Gespannt, was noch kommt

Bis heute vermarktet sich der Musiker ausschließlich selbst und setzt auch bei den Bookings nur in geringem Ausmaß bei Auslandsgigs auf Unterstützung. Legendäre Auftritte in Vorarlberg, aber auch in Nashville oder Kilkenny sind ein großes Versprechen dafür, dass wir auch in Zukunft noch viel von der Vorarlberger Country-Größe hören werden. Und wenn Prinz Grizzley gerade nicht mit seiner Musik unterhält, dann macht er das mit seinen legendären Geschichten. Ein paar davon – unter anderem jene, wie er den legendären „Seasick Steve“ einmal zum Dank mit Hölzlern beschenkte – hat er Christof Burtscher bei Moscht & Riebel erzählt. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Foto und aktuelle Infos: https://prinzgrizzley.com @piapiapia