Markus Burger
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Markus Burger: „Ich dachte, ich muss hart und laut sein“

07.04.2022

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Was machst du, wenn du deine ganze Sportlerkarriere darauf ausgerichtet hast, ein bestimmtes Ziel zu erreichen – und als du kurz davorstehst, wird es dir verwehrt? Entweder du zerbrichst daran, oder es macht dich stärker.

Markus Burger stand in seinem Leben an diesem Scheideweg. Nach einer Clubkarriere bei Handball Bregenz vom Jugendspieler bis zum Co-Trainer sah er sich bestens gerüstet für den nächsten Karriereschritt. Er war sich sicher, den Club als Cheftrainer in eine der kommenden Saisonen zu führen. Die damalige Clubführung sah das jedoch anders und verwehrte ihm diese Chance.
 

Ich bin nach Hause und habe geweint

Für Markus Burger ein hoch emotionaler Moment: „Ich bin dann nach Hause zu meiner Frau und habe geweint“, verrät der 57-Jährige bei Moscht & Riebel. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.“ Und wie! Denn kurz nach diesem einschneidenden Ereignis wurde er erstmals Cheftrainer. Nicht in Bregenz, sondern in St. Gallen in der Schweiz, aber das so erfolgreich, dass später der erste Ligakonkurrent aus der unmittelbaren Nachbarschaft aus Hard anklopfte. Der Rest ist Geschichte und lässt sich in der Vereinshistorie der Harder nachlesen. Viermal Meister, Cupsieger, Supercupsieger – die Erfolge des charismatischen Bodenseestädters waren hart verdient.

Auf den Spuren seines Vaters

Hart verdient hat sich Markus Burger alles in seinem Leben. Schließlich arbeitet der Coach nicht nur im Handball, sondern schon seit über 40 Jahren auch als Elektrotechniker bei der illwerke vkw. Für den verheirateten Vater von zwei Kindern war die Ausbildung und Arbeit beim Energiedienstleister immer eine Herzensangelegenheit. Der Grund für seinen Antrieb, beim Landesenergieversorger zu lernen, ist allerdings ein trauriger. Als Markus zwei Jahre alt war, verunglückte sein Vater auf tragische Art und Weise bei seiner Arbeit in einem Stollen. „Es hat mich immer stark auf die Spuren meines Vaters gezogen“, erzählt er.

Ein prägendes Erlebnis

Ehrlich, direkt, zielstrebig und fokussiert waren schon immer die Eigenschaften des leidenschaftlichen Sportlers. Mit seinem Engagement als Trainer bei Handball Bregenz hat er 2019 eines seiner Lebensziele erreicht. Mit dem Team ist er auf dem besten Weg, wieder in die Erfolgsspur zurück zu kehren. Dabei hilft ihm seine positive Grundeinstellung, die unter anderem durch einen Vortrag von Erfolgs-Motivationscoach Jörg Löhr geprägt wurde. „Wir saßen in den Zuschauerrängen und er hat uns mit seinen Geschichten aus der Praxis derart abgeholt, dass wir dachten, er redet direkt von uns“, erzählt er noch heute begeistert. Was er von diesem ehemaligen Handballprofi heute besonders mitnimmt ist die Erkenntnis, dass man für eine Veränderung durch den Schmerz muss.

„Das hat mir schon oft geholfen“, sagt er und verweist unter anderem auf sein Engagement als Cheftrainer im Luxemburgischen Esch, im Nachhinein nicht seine beste Lebensentscheidung. Aber Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen. So hat er sich auch als Trainer stetig weiterentwickelt. „Am Anfang habe ich gedacht, ich muss hart und laut sein, dann bin ich Motivator und jeder hört mir zu. Aber irgendwann merkst du, dass das nicht permanent geht“. Verschiedene Persönlichkeiten auf dem Karriereweg von Markus Burger haben ihm ihre Version eines Lehrwartes vorgelebt. Und Markus? Der hat sich überall sein Scheibchen abgeschnitten und ruht mit seinem ganz persönlichen Stil in sich.

Erfahrung macht stark

Entscheidungen in seinem Leben, wie nach Luxemburg zu gehen, bereut er daher trotzdem nicht, denn die Erfahrung macht ihn stärker. Vielleicht sogar so stark, dass er mit Bregenz bald an vergangene Erfolge anknüpfen kann. Dabei an seiner Seite: sein Sohn Sebastian, der aus Bruck an den Bodensee wechselt. Wir drücken die Daumen!