Christof Burtscher mit Susanne Marosch
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Susanne Marosch: „Ich bin eine einzige Veränderung“

21.04.2022

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Stehenbleiben oder aus Bequemlichkeit in einem Job oder einer Beziehung verweilen kommt für Susanne Marosch nicht in Frage. Dazu fragt sich die umtriebige Obfrau des Vereins „Geben für Leben“ ständig, ob sie glücklich ist. Falls nicht, folgt der Schritt ins Neue.

Die Energie und den Antrieb für ihr tägliches Schaffen schöpft die 48-Jährige wahrscheinlich aus ihrer Lebensgeschichte, mutmaßt sie. Dort gab es schon einige Situationen, in denen Sie dem Tod von der Schippe gesprungen ist. So wie in ihrer Kindheit, in der man sie aufgrund einer scheinbar unheilbaren Krankheit bereits aufgegeben hatte – dann kam die Wunderheilung und mit ihr später dann die Erkenntnis, dass es einen Grund für ihr Dasein geben muss, dass sie offensichtlich ein Werkzeug für etwas Gutes ist. Ein unausgesprochener Auftrag, den sie in ihrem Leben wie kaum eine andere erfüllt.
 

Chance auf einen zweiten Geburtstag

Denn mit ihrem Verein „Geben für Leben“ sucht die gebürtige Schrunserin geeignete Stammzellenspender:innen für an Leukämie und anderen seltenen Blutkrankheiten erkrankte Menschen. Auf diese Weise hat sie gemeinsam mit ihrem Team bereits unzählige Schicksale zum Guten beeinflusst. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ohne ihr Zutun vielleicht nie eine Chance auf den „zweiten Geburtstag“ bekommen hätten. „Leben retten macht vielleicht nicht süchtig, aber glücklich“, sagt Susanne Marosch und ergänzt, dass sie dabei keinen Druck verspürt. „Natürlich gab es auch schon Momente, in denen alles kurzfristig zu viel war“, erzählt sie. Aber ans Aufgeben hat sie bisher keine Sekunde gedacht.

Eine starke Bewegung

Die Erfolgsgeschichte von „Geben für Leben“ begann bereits 1998, als unter anderem Susannes Mama nach einer Spenderin für eine erkrankte Cousine suchte. Aus der erfolgreichen Suche entwickelte sich eine Bewegung, die heute auf ihrem vorläufigen Höhepunkt ist – denn mit einer eigenen ORF-Doku, einem eigenen Song von und mit bekannten Künstler:innen und einem bald erscheinenden Buch ist der Verein in aller Munde. Susanne selbst hat sich dabei als Person nie zu wichtig genommen. Auch wenn ihr Auszeichnungen wie der Russ-Preis, den sie 2019 für ihr Engagement erhalten hatten, verständlicherweise schmeicheln.

Keinerlei Selbstzweifel

Selbstzweifel kennt Susanne Marosch kaum, denn all das, was sie anpackt, verbucht sie unter Erfahrungen – egal ob erfolgreich oder nicht. „Daher kann eigentlich nichts schiefgehen“, sagt sie. Auf diese Art und Weise hat sie auch gelernt, mit den vielen Einzelschicksalen umzugehen, die leider auch nicht immer gut ausgehen. „Zumindest können wir dann sagen, dass wir alles irdisch Mögliche versucht haben, um das Schlimmste abzuwenden.“ Sie versucht stets, das große Ganze zu sehen und auch wenn einer einzelnen Person dann nicht mehr geholfen werden kann, so hat sie dazu mit ihrem Team schon wieder so viele potenzielle Lebensletter:innen mobilisiert, die dann möglicherweise wieder anderen Patient:innen helfen.

Die Rettung der Weltmeere

„Ich finde unser Pensum gar nicht so hoch, das ist für mich selbstverständlich“, sagt Susanne. Sie sei immer etwas verwundert, wenn sie andere fragen, wie sie das alles schaffe. Das erklärt auch, warum bereits die nächsten Großprojekte auf der Agenda stehen. Ein Beispiel gefällig? Susanne Marosch hat gemeinsam mit Freund:innen in Liechtenstein eine Stiftung gegründet, die nichts weniger als die Neuaufforstung der Weltmeere zum Ziel hat. „Es ist höchste Zeit, dass wir hier etwas tun“, mahnt sie und hat bereits das übernächste Projekt im Fokus. Dabei geht es – grob zusammengefasst – um die Humanisierung aller Lebensbereiche. Details werden aber noch nicht verraten.

Verraten hat Susanne Marosch bei Moscht und Riebel aber sehr viel. Daher legen wir euch dieses Gespräch voller Stolz ans Herz und wünschen gute und inspirierende Unterhaltung!

Alle Infos zu "Geben für Leben" findet ihr HIER